16.05.22 Küstenwanderung Nummer 2 , Abschiedstag

Unser Plan für heute, Füße müssen qualmen, das Dutzend gesichteter Schildkröten muß voll werden und Strände ganz für uns…

Im Internet als empfohlene Wanderung gesichtet und quasi ums Eck liegend gings los.Wer kontaktfreudig und orientierungslos ist , sollte lieber ausschlafen und an den Strand gehen. Empfangen wurden wir von einer stilvollen Betoneingangspforte vorbei an Felsen , Pinienwälderwege und Gestrüpp und weit und breit keine Schildkröte. Waren wir doch zu früh gestartet?

Und bei unseren Zweifeln stehen wir urplötzlich über unserem Traumstrand.

Nix wie runter und rein ins kühle Naß.

Irgendwie erscheint es uns für unwahr….wir können es nicht glauben….so ein Paradies und ganz für uns. Aber da war ja noch der dringende Wunsch das Dutzend voll zu bekommen und erfrischt gings weiter wieder hoch zu den Felsen.



Eine Bucht nach der anderen erblicken unsere begeisterten Augen und an fast jeder erfrischen wir uns im kühlen Naß.

Und dann stellte sich uns eine Schildkröte in den Weg….Als hätte sie auf uns gewartet. Letzt endlich hatten wir unser Ziel übertrumpfen können. Es wurden insgesamt 12 🐢.

Sardinien, du hast uns beeindruckt. Auf kürzesten Strecken ein ständiger Wandel an der Küste, mal Felsen, mal Sandünen und klasklares türkisschimmerndes Meer. Uns fällt der Abschied so schwer.

15.05.22 Capo Testa

An den nördlichste Zipfel Sardiniens mit Blick auf Bonifacio auf Korsika sollte man nicht fahren. Hier gibt es rein gar nichts zu sehen, die angeblichen verwunschenen Felsformationen, die tollen Buchten und dann noch das Habita der Testudo Marginata …bleiben Sie lieber fern, denn nachher treffen Sie noch auf ein solches Exemplar und vorweg es ist das größte aus der Familie Testudo.

Zunächst halten wir allerdings auf der Fahrt dahin bei einem Steinesel und dieser kommt bei dem Abspielen eines Eselschreies aus Youtube auch direkt mit einem lauten Ia an. Er lässt sich streicheln und will am liebsten mitkommen.

Okay, genug mit meinem Eseltick.!

Wir fahren also trotzdem an dieses Cap und machen vorher noch Fotos vom Durchfahrtsstädtchen.

Kurz drauf sind wir auch schon am Beginn unserer Wanderung, …..

es ist alles so unaufgeräumt und überall liegt Geröll rum. Und was soll man daraus erkennen ? Wer macht denn sowas?

Die Buchten noch dazu, ein Graus, keine Menschenseele da und das Wasser so klar, dass man seine eigenen Speckröllchen sieht.

So was will doch niemand.

Und das größte Pech ist, wenn eine Marginata Ihren Weg kreuzt, am besten fliehen oder ganz still abwarten, ob sie vielleicht eine andere Beute ausgemacht hat.

Ach und Hippies hängen hier auch noch rum, wohnen in Höhlen und betteln mit Plakaten die Touris nach Spenden an .

Wie gesagt bleiben Sie fern, denn für mich und die beeindruckenden Breitrandschildkröten ist es das absolute Paradies und das soll es auch ewig bleiben.

Ich empfehle da eher am Strand vor dem eigentlichen Cap mit Riesenquallen oder ganz vielen kleinen zu baden, da brennt die Haut dann auch nicht allein vom Sonnenbrand.

Oder besuchen Sie das schöne Städtchen Santa Teresa mit dem wirklich einladenden Strand Rena Bianca ohne Quallen.

Aber bleiben Sie vom Cap Testa weg, denn wie auch all unsere Fotos zeigen am Cap Testa gibt es wirklich nichts zu sehen.

14.05.22 La Maddalena, Caprera Insel Archipel und Bärenfelsen

Die erste Fähre von Palau nach La Maddalena fährt schon um 08:50 Uhr, welcher Tourist soll die denn schaffen ?

Wir natürlich und warum wir 20 % auch ohne unsere Behinderungsausweise bekommen ist uns auch egal. Nach 15 Minuten ist man schon auf La Maddalena angekommen und kann von dort über eine Brücke zur schönen Insel Caprera fahren.

Caprera ist ein Traum für Wanderer und Strandabhänger, wir haben uns beides vorgenommen und so klappern wir die Strände ab, die im Internetranking die ersten Plätze belegen.

Die ersten beiden sind Cala Caprarese und Cala Napolitana und die müssen erwandert werden. Bei der Kulisse hat Zeit keine Bedeutung mehr.

Tja und wie schön ist denn diese Bucht, Caprarese haben wir für uns alleine.

Nach baden, Fische füttern und Fotos machen, klettern wir zum nächsten Strand. Eine Schmetterlingsbucht erwartet uns nach der Bergkuppe und das Ranking mit Platz Nr. 1 müssen wir bejahen.

Wir fahren einmal zum anderen Ende der Insel zur 2. beliebtesten Bucht, Spiaggia del Relitto. Die Bucht hat glasklares Wasser, weißen Sand, türkises Wasser und ein schönes verrostetes Schiffswrack. Die ideale Kulisse für Fotoshootings.

Um 1715 Uhr legen wir wieder Richtung Palau ab, um noch den Cap Orso zu besichtigen. Natürlich darf das Wahrzeichen von Sardinien auf keiner Sardinien Reise vergessen werden.

Als wird dort ankommen, werden gerade die Pforten geschlossen, denn es gibt nur einen offiziellen Weg zum Felsen.

Na gut, dann schauen wir uns die Umgebung etwas an mit den lost places und dem Fort.

Und dann steht da plötzlich Li vor uns, sie hat ihre Wasserflasche, ihre Handtasche und ihr Handy dabei und ist seit einer Stunde von Palau zu Fuß hierher unterwegs. Nennen wir es deutsch -chinesische Freundschaft, denn dem Kind kann man doch nach all den Anstrengungen den Bärenfelsen nicht mehr verwehren.

Zu dritt erklimmen wir den Weg hinauf und haben gleichzeitig so einen Spaß zusammen.

Unsere Fotos sprechen auf jeden Fall Bände und Li wird niemals die netten Germans vergessen, mit denen sie auf dem Felsen war und die sie danach auch noch zurück zu ihrer Unterkunft gefahren haben. „Thank you so much!“

13.05.22 Cala Gonone, Palau Porto Pollo

Gefühlt sind wir heute nur im Auto gewesen, obwohl die Stecke eigentlich nur so um die 200 km war. Wir haben uns zuerst für die Fahrt an der Küste entlang entschieden.

Unsere Traumküste rund um Cala Gonone trägt noch den Morgennebelschleier auf unserem Abschiedsfoto.

An der Küste legen wir ein paar Fotostopps ein und können uns im Nachhinein doch nicht mehr an die Namen der einzelnen „Calas“ erinnern.

Erinnern können wir uns aber an den Käseverkäufer am Leuchtturm Parkplatz mit dem Neptun Graffiti , der einfach die Touristen anspricht und aus dem Kofferraum mit Feinwaage und mit mehreren Käserädern seine Kundschaft bedient. Wir winken erstmal ab, dafür hat er Erfolg bei den französischen Touris. Die kaufen direkt den halben Kofferraum leer. Ich glaube man nennt es Futterneid, denn nun will ich für 2 Euro auch probieren. Wir bekommen eine echt dicke Scheibe geschenkt und kaufen dann für 4 Euro eine Naschportion zum Mitnehmen. Kofferraum Käse schmeckt wirklich erstklassig.

Bis Palau ist es ein scheinbar endlose Gurkerei und ausser, dass wir uns die ganze Zeit mit Automaten rumärgern, sei es der WC Automat , oder Parkplatzticket Automat, gibt es nicht viel zu berichten.

Unsere neue Unterkunft lässt erst um 17 Uhr das Beziehen der Zimmer zu, also Zeit genug um am Surfer Strand Porto Pollo abzuhängen und einen Lebensmittel Grosseinkauf zu starten.

Warum habe ich jetzt eigentlich Hunger auf Hühnchen?

Das Unterbewusstsein scheint sich doch mehr einzumischen als man meint.

Goruppo Canyon 12.05.22

Das praktische an unserem Tagesablauf ist, dass wir abends brav um 21 Uhr in den Betten liegen und kurz danach auch einschlafen.

Also steht morgens einem frühen Aufstehen nichts im Wege. Um 6:30 Uhr klappert es schon in der Küche und es werden mal wieder Nudeln für unterwegs gekocht.

Der frühe Aufbruch heute ist wichtig,  denn wir haben eine lange Wanderung vor uns, 2 Stunden eine Strecke bis zu einer der tiefsten Schluchten Europas mit 500 m hohen Felswänden.

Die Anfahrt mit nur einer halben Stunde kommt uns auch gelegen und der Tipp aus dem Internet:nicht den Gebührenpflichtigen Parkplatz nehmen, sondern eine der Buchten hinter der Brücke beherzigen wir auch.

Und so steht unser Auto geduldig seit 9 Uhr oberhalb des Flusses und wartet.

Wir wandern unwesentlich weniger als die angezeigten 2 Stunden und sind am Schluchteingang. Wir bekommen am Kassenzelt eine Einweisung, grüne Route, gelbe Route und rote Route. Die riesigen Felsbrocken lassen schon das Kraxeln erahnen.

Der Schluchtwärter äußert noch Bedenken wegen Carmens Bandage am Knie und wünscht dann nur toi toi toi.

Wir sind mächtig beeindruckt und schaffen es bis zur roten Route, danach wollen wir unser Glück nicht weiter herausfordern und machen lieber Picknick und genießen den Himmel zwischen den Felswänden.

Wir machen noch die letzten Heldenfotos, füllen unsere Wasserflaschen an der Quelle auf und machen uns auf den Rückweg.

Auf dem Rückweg kühlen wir noch unsere geschundenen Pfoten im Bachbett und halten uns für die Bezwinger der Welt.

Alghero, Bosa und Cala Gonone

Wir starten einen Raodtrip wie aus dem Bilderbuch, denn wir fahren eine der schönsten Küstenstrassen Italiens entlang.

Alles blüht oder steht im saftigen Grün und rechts glitzert das Meer in blau.

Von Alghero fahren wir bis Bosa, die Stadt mit den bunten Häusern, die so malerisch an einem Fluss im Berg unterhalb eines Kastells liegt. Aber zunächst sind wir ganz vernarrt in die Küste und sichten an einem Aussichtspunkt Wale.

Carmen sah den ungewöhnlich Felsen als erste, der dauernd wieder auftauchte und nach Luft schnappte. Leider zu weit weg für die Kamera, aber für uns ein unvergessliches Erlebnis.

In Bosa ist Markt und die bunten Häuser sind erstmal Nebensache, Carmen kauft direkt 3 Honiggläser , dafür aber jedes in einer anderen Geschmacksrichtung.

Danach wird Bosa von unten, von oben und von der einen und der anderen Seite des Flusses inspiziert und fotografiert , schon sehr schön hier.

Am Strand von Bosa bekomme ich dann eine kleine Gehirnwäsche „das Meer ist gar nicht mehr sooo kalt, wenn man einmal drin ist und das Wasser ist auch gut für deine Haut und wenn man sich so ganz flach treiben lässt, ist die obere Wasserschicht ganz warm.“ Als ich endlich im Wasser bin, finde ich es einfach nur eiskalt und bin wieder froh an Land zu hechten.

Nach Cala Gonone fahren wie noch 2 Stunden und werden dafür mit einer riesigen Ferienwohnung mit rundum Balkon überrascht. Unseren nagelneuen Mietwagen zerkratzt irgendein A… , einmal komplett die Beifahrerseite.

Schon ein trauriges Ende für diesen schönen Tag mit tollen Fotos.

Alghero, Neptunhöhle und jede Menge Reinfälle

Meine Reiseplanung habe ich dem Wetterbericht angepasst, daher erstmal Alghero mit seiner Neptunhöhle als Touriziel Nr.1 in diesem Teil der Insel. Da es laut allen Apps 100 % regnen soll, ist das ein cleverer Schachzug. Die Apps halten alle nicht Wort, denn wir bekommen nur 2 Minitropfen ab, jeder einen.

Die Tropfsteinhöhle ist wohl die schönste auf Sardinien und von Algheros Hafen fahren die vielen kleinen Boote zum Grotteneingang

Als ich in meine Jeans schlüpfe meint Carmen:“du hast ja gar keinen Arsch mehr, das müssen wir ändern!“ und da man gute Vorsätze am besten direkt umsetzt, sitze ich kurze Zeit später am Steuer unseres Mietwagens und wir fahren eine gute halbe Stunde zum Cap, um von dort 654 Stufen zur Höhle hinunter zu gehen , wegen Po und so.

Der Eintritt mit 14 Euro ist trotzdem der selbe, ob man sich nun mit dem Bötchen heranschippern lässt oder sich die Treppen herunterquält.

Ich hoffe auf ein reduziertes Ticket mit meinem Behintertenausweis und da man mir anscheinend meine Behinderung dermaßen schon von weitem ansieht, darf ich kostenlos in die Grotte und damit es keinen Ärger beim Ab- und Aufstieg gibt, ist meine Begleitung auch noch kostenfrei.

Es geht dann aber doch recht leicht bis zum Grotteneingang runter mit schönen Aussichten. Wie zum Hohn kommt mit unserem Eintreffen auch ein Touriboot an und ich könnte Carmen würgen bei dem Gedanken alles wieder hochzukraxeln.

Bei den Temperaturen im Inneren der Höhle scheint einer vom anderen abgeschrieben zu haben,denn die 10 Grad bleiben eine Legende, denn in Wirklichkeit sind es 20 Grad und das immer.

Die Stufen wieder hoch machen uns auch nicht viel aus, da der Weg noch gut im Schatten liegt.

Wir wollten noch zur Insel mit den weißen Esel übersetzen und fahren dafür extra bis zum nordwestlichen Zipfel Sardiniens nach Stintinio. Aber hier hat die Saison noch nicht begonnen und statt einer Bootsfahrt gibt es ein teures Mittagessen. Der ausgesuchte mit Käse überbackene Fisch entpuppt sich als Käse mit Honig und die gegrillten Gemüsescheibchen sind auch mit einem Bissen verschwunden. Mit Brot, Besteck und 2 Getränken schlappe 21,50 €. Autsch.

Der malerische weiße Strand an den Salinen soll es rausreißen, stattdessen sehen wir nur teilweise weiß, denn das meiste des Strandes liegt unter einem dicken Algenberg.

Wenn wir nicht die Schar an Flamingos entdeckt hätten, wäre der Ausflug nach Stintino komplett unter Reinfall verbucht worden.

In unsere Unterkunft gibt es Steak mit karamelisierten Karotten und ein Pilzsahne Bouquet, wie praktisch, wenn man die Köchin von Deutschland hat einfliegen lassen. Nur, dass sie auch nach dem Kochen in der Wohnung bleibt ist ungewöhnlich.

Mal schauen, ob sie morgen auch noch mit zur nächsten Ferienwohnung mitkommt, ich fände es lecker.

Anreise nach Sardinien

Ich sehe Eisblumen am Fenster, sie sind winzig, aber Eisblumen im Mai. Wenn man aber die Reisehöhe über Zürich, Barcelona und Korsika bedenkt, ist es doch nicht so ungewöhnlich.

Am Boden erwartet uns strahlender Sonnenschein und ein tiefschwarzer, nagelneuer Citroen mit 12 km auf dem Tacho. Mein schlechtes Gewissen macht sich breit,  dass ich vielleicht doch noch die Zusatzversicherung hätte abschließen sollen und an der Ausfahrtschranke krachen ich fast mit dem nächsten Auto zusammen,  das wäre laut Tacho 13 km.

Italiener fahren zwar irre, aber trotzdem rücksichtsvoll. Und so düsen wir unbeschadet nach Alghero, einmal quer über die Insel von Olbia. Das erste Gellati gibt es standesgemäß aus dem Kofferraum und muss pronto gegessen werden, denn es ist 25 Grad auf Sardinien.

Die Unterkunft ist toll, billig, wenn man die Bar und die Junggesellenabschiede unter unserem Fenster ignorieren kann.

Nach einem Spaziergang an der Promenade mit einem wunderschönen Sonnenuntergang, lässt es sich trotz Gegröle unter unser Fenster prima einschlafen.

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